UNIKA Kalksandsteinwerke Südbayern GmbH & Co KG

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen (einschließlich Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden) ist 2015 um 1 % auf rund 247.700 gestiegen. Von den fertiggestellten Wohnungen entfielen ca. 216.700 auf den Neubau von Wohngebäuden (+ 0,3 %). Dabei wurden rund 102.700 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern und etwa 114.000 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (einschließlich Wohnheimen) fertiggestellt (- 3,9 % bzw. + 4,3 %). Das Volumen im Wohnungsneubau (in m³ umbauter Raum) ist gegenüber 2014 leicht um - 0,3 % auf 127,3 Mio. m³ zurückgegangen.
Der gewerbliche Bau nahm 2015 (bezogen auf das Volumen in m³ umbauter Raum, Errichtung neuer Gebäude) in Deutschland insgesamt um - 2,0 % auf rund 164 Mio. m³ ab. Die Errichtung neuer öffentlicher Gebäude verringerte sich um - 17,8 % gegenüber dem Vorjahr und lag bei rund 14,8 Mio. m³ umbautem Raum.
Insgesamt ist damit die Entwicklung hinter den Erwartungen zurückgeblieben. So hat der Verlauf der Baugenehmigungen in den vergangenen Jahren darauf hingedeutet, dass etwa bei den Mehrfamilienhäusern ein stärkerer Anstieg erreicht wird. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern waren wir bislang von Stagnation ausgegangen. Offensichtlich wird nach wie vor ein erheblicher Anteil der genehmigten Bauten nicht zeitnah realisiert.
„Die Fertigstellungszahlen sind sehr enttäuschend. Schon seit längerem macht das Wort ‚Bauboom‘ die Runde. Die ernüchternden Zahlen zeigen, wie weit das gefühlte Geschehen und die Baurealität auseinanderdriften. Um die immer größer werdende Schere zwischen Baugenehmigungen und Fertigstellungen zu stoppen, müssen die seitens der Wohnungswirtschaft sowie der Bau- und Baustoffindustrien seit Jahren geforderten politischen Maßnahmen endlich umgesetzt werden“, so Jochen Bayer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie e.V. Dazu zähle vor allem eine bessere steuerliche Abschreibung, um die dringend notwendigen Investitionen für den bezahlbaren Wohnungsbau zu generieren.
Neben der bereits angedachten Sonderabschreibung muss grundsätzlich und nicht nur zeitlich begrenzt, die lineare Absetzung für Abnutzung (AfA) von 2 auf 3 % erhöht werden. Gerade weil die Lebensdauer von – insbesondere technischen – Gebäudeteilen immer kürzer werde. Laut einer Studie des Instituts für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) an der Ruhr-Universität Bochum sollte es sogar eine Erhöhung der AfA auf 4 % oder eine vergleichbare Sonderabschreibung geben. Als rasch wirksames Instrument für mehr Wohnungsneubau seien zudem Investitionszulagen erforderlich. Diese könnten insbesondere öffentliche Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften nutzen, die nicht von steuerlichen Anreizen profitieren.
Auch knappe Baulandressourcen und ein Mangel an Grundstücken erfordern ein Gegensteuern der Politik und hindern den Ausbau von Wohnraum. Besonders im Niedrigpreissegment sei das merklich spürbar. Verdichtete Bauweisen seien hier unabdingbar. „Baugrund in kommunaler Hand muss für den Wohnungsbau zu adäquaten Preisen freigegeben und die Baunutzungsverordnungen entsprechend angepasst werden“, fordert Bayer.
Zusätzlich zum Flüchtlingszustrom werde sich der Wohnungsbedarf auch deutlich durch einkommensschwache Familien, steigende Haushaltszahlen (Singles/Studenten), den demografischen Wandel und den damit verbundenen starken Zuzug in die Städte wie auch durch die Zuwanderung aus der EU erhöhen. Wenn hier nicht gelingt gegenzusteuern, wird es in vielen Wachstumsregionen, in Ballungszentren und Metropolen immer schwerer werden, bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Bayer kritisiert weiterhin, dass ein über Jahre aufgelaufenes Defizit an Wohnungsfertigstellungen bestehe: „Nicht zuletzt aufgrund der vor allem im letzten Jahr erheblichen Zuwanderung sitzen wir in Sachen bezahlbarem Wohnraum auf einem Pulverfass.“ Laut einer Studie des Pestel Instituts Hannover seien jährlich 400.000 neue Wohnungen nötig, um den bestehenden Bedarf zu bedienen – und das für die nächsten fünf Jahre. Jährliche Steigerungsraten der Fertigstellungen von 1 % wie in 2015 sind daher nur ein Tropfen auf den heißen Stein